Kultur

Editorial

Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt. Grundgesetz Artikel 5.

Was aber, wenn die Journaille selbst versagt, sich einbetten lässt oder nicht mehr selbst recherchiert, sondern Mainstream-Meldungen im Programm sowie im Blatt hat? Bei der derzeitigen Berichterstattung etlicher Medien, wie viele unserer Leser meinen, ist eine unabhängige und eigenständige Presse wichtiger denn je – und zwar nicht nur hier in Stuttgart, sondern ebenso in der ganzen Region bis hin nach Reutlingen oder Tübingen.

Da lag es auf der Hand, unseren Verein „Artikel 5“ zu nennen, ein  Verein für Informations- und Meinungsfreiheit, das Dach für die Zeitung einundzwanzig, die zu keinem etablierten Verlag gehört und somit keiner internen Zensur unterliegt oder von Parteien und Lobbyisten abhängig ist. Wir schreiben, was Sache ist – unzensiert und bürgernah, aus anderen Blickwinkeln. Zum ersten Vorsitzenden von „Artikel 5“ wurde übrigens Walter Sittler gewählt – sein Stellvertreter ist Wolfgang Schorlau.

Wer eine eigenständige Zeitung etablieren möchte, kämpft um das Überleben: Über 25.000 Euro kostet eine einzige Ausgabe und viele, viele ehrenamtliche Stunden. Neben Honoraren, Druck-, Versand- und Grafikkosten fällt auch der Aufbau sämtlicher Strukturen an – sei es die Kioskeinführung, die Abonnenten- oder  Leserbetreuung. Verspätungen und manchen Fehler bitten wir zu entschuldigen. Und wir brauchen Geld – jede Ausgabe hinterlässt derzeit noch ein Minus von mindestens 10.000 Euro – Tendenz abnehmend.

Dennoch wären wir gerne aktueller und möchten zusätzlich unseren Internetauftritt forcieren. Unterstützen Sie uns und investieren Sie in die Zukunft der unabhängigen und überparteilichen Zeitung einundzwanzig. Allen Spendern danken wir für ihre Unterstützung!

Ihre Redaktion einundzwanzig und der Verein „Artikel 5“

Einundzwanzig
versteht sich als unabhängige Zeitung, die zu Themen aus Politik, Kultur und Gesellschaft in der Region Stuttgart und Baden-Württemberg kritisch berichten will. Wir sind eine Gruppe kritischer Journalisten und Medienmacher, deren Kern im September 2010 zusammengefunden hat. Katalysator war der Protest gegen das Projekt Stuttgart 21, besonders die von uns oft als einseitig empfundene Haltung der lokalen Presse dazu.

Die Beschäftigung mit Stuttgart 21 stellte daher auch anfangs den Schwerpunkt unserer Berichterstattung dar, doch haben wir mittlerweile unser Themenspektrum darüber hinaus stark erweitert. Was für alle Themen gilt: Wir wollen Fragen stellen, die von den etablierten Medien nicht gestellt werden, neue, ungewohnte Blickwinkel der Berichterstattung suchen und Informationen liefern, die sonst eher vernachlässigt werden. Wir wollen insbesondere die Kritik- und Kontrollfunktion wahrnehmen, die Medien in einem demokratischen Staat haben sollten, wollen versuchen, nicht nur Multiplikator für Meinungen aus Politik, Wirtschaft und gesellschaftlichen Gruppen zu sein, sondern diese kritisch zu hinterfragen. Wir wollen sauber recherchierte Fakten und Analysen liefern, wollen Phrasen und Klischees den Kampf ansagen. Darüber hinaus wollen wir auch ein Forum für Meinungen bieten, die sich zu den in unserem Fokus stehenden Themen äußern.

Wir begleiten die neu entstehenden oder wieder erstarkten Bürgerbewegungen, nicht nur die gegen Stuttgart 21, mit großer Sympathie und sehen darin das Bedürfnis der Bevölkerung nach einer stärkeren, über Wahlen weit hinausgehenden Beteiligung an Entscheidungsprozessen. Dennoch sehen wir uns nicht als Verlautbarungsorgan irgendeiner dieser Gruppen, geschweige denn einer Partei.

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